Mit seiner vollkommenen Form ist das Ei ein Symbol für die Fruchtbarkeit und den Frühlingsanfang. Bemalte Eier zu verschenken hat eine lange Tradition und steht im Zentrum zahlreicher Osterbräuche. Während der durchschnittliche Konsum in Österreich bei viereinhalb Eiern pro Woche liegt, werden es rund um Ostern bekannterweise deutlich mehr.

Gesundheitlich wertvoll: Eier liefern neben hochwertigem Eiweiß auch Vitamin A, das für das Zellwachstum, unsere Haut und unsere Augen von Bedeutung ist. Das enthaltene Vitamin D spielt für Knochen, Zähne sowie die Muskelfunktion und das Immunsystem eine wichtige Rolle. Die B-Vitamine unterstützen den Stoffwechsel, die Blutbildung und die Nervenfunktion. Von den Mineralstoffen kommen Calcium, Phosphor und Eisen in nennenswerten Mengen im Eigelb vor. Auch wenn der Dotter fett- und cholesterinreich ist, sind Eier im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung wertvoll und die aktuellen wissenschaftlichen Daten lassen keine Obergrenze für den Konsum von Eiern ableiten.

Ei, wie schön. Obwohl die zugelassenen Eierfarben als gesundheitlich unbedenklich gelten, verzichten immer mehr Menschen auf künstliche Farben und werden auf traditionelle Weise kreativ. Probieren Sie es doch auch wieder einmal aus, wie schon Oma Eier gefärbt hat, und sammeln Sie  rechtzeitig rote und braune Zwiebelschalen. Wunderschöne Ostereier erhalten Sie auch mit Randig, Kurkuma oder Kaffeesatz und für kreative Muster sorgen Blätter, Kräuter und Blüten.

Die Vorgangsweise ist einfach und erfordert lediglich etwas Feingefühl im Umgang mit den rohen Eiern. Zuerst werden die ausgewählten Blätter, Blüten oder Zwiebelschalen mit etwas Wasser befeuchtet und auf das rohe Ei gelegt. Anschließend wird das Ei vorsichtig mit einem Stück eines alten Seidenstrumpfs umhüllt und mit Bindfaden oder Gummiringen verschlossen. Die so vorbereiteten Eier werden schließlich im Naturfarbsud – siehe Rezept – gekocht.

Alternativ können Sie auch Zitronensaft mit einem Pinsel auf Eier aufbringen. Die mit Zitrone bepinselten Stellen nehmen keine Farbe an, wodurch ein Muster entsteht. Wer für klare Linien schwärmt, kann auch flache Gummiringe straff über ein Ei legen, um so ein Muster beim Kochen im Farbsud zu erzielen.

Auswahl und Lagerung. Bio- und Freilandeier punkten neben Tierwohl und Ernährungsqualität meist auch mit einer dickeren Schale und sind daher zum Färben ideal. Bei helleren Eiern wird die Farbintensität in der Regel höher, doch auch braune Eier eignen sich gut zum Färben.

Handelsüblich gekochte und gefärbte Eier sind in der Regel mit einer Schutzschicht überzogen und dadurch bei  Zimmertemperatur bis zu drei Monate haltbar. Wenn Sie selbst Eier kochen und färben, halten diese, ähnlich wie rohe Eier, im Kühlschrank rund vier Wochen ab Legedatum. Wenn Sie die Eier nach dem Kochen abschrecken, lassen sich diese zwar meist besser schälen, doch sie sind nur etwa halb so lange haltbar.

Genuss-Tipp: Ostereier maximal 10 Minuten kochen, da ansonsten ein grüner Rand um den Dotter entsteht. Wer gerne Ostereier verzehrt, sollte deren stopfende Wirkung mit Gemüse, Obst, Vollkorn und ausreichend Flüssigkeit kompensieren.

Rezept zum Färben mit Naturmaterialien

1 l Wasser
30 – 40 g des färbenden Materials (bei Kurkuma genügen zwei Esslöffel)
3 – 4 EL Essig (5 % Säure)

  • Topf mit etwa 1 Liter Wasser füllen und das färbende Mittel darin ca. ½ Stunde kochen lassen.
  • Allfällige Pflanzenreste abschöpfen und Essig zufügen, damit die Schale die Farbe besser annimmt.
  • Eventuell einen Eisennagel ins kochende Wasser geben, um ein dunkleres Farbergebnis zu erzielen.
  • Die rohen Eier im Farbsud ca. 8 min kochen lassen. Für ein gleichmäßiges Farbergebnis sollten die Eier möglichst zur Gänze mit Flüssigkeit bedeckt sein.
  • Eier herausnehmen und auf einem Gitter trocknen lassen.
  • Für schönen Glanz die trockenen Eier vorsichtig mit Raps- oder Kokosöl einreiben.

Farbpalette

Rot: Randig, rote Zwiebelschalen, Rotkraut
Gelb/Orange: Kurkuma, Karottenschalen
Grün: Spinat, Brennnessel, Schachtelhalmkraut
Braun: Kaffeesatz, getrocknete Ringelblumen
Violett/Blau: Holunderbeeren, Waldheidelbeeren

Facts
Konsum in Österreich: 4,5 Eier pro Person und Woche.
Eier liefern hochwertiges Eiweiß sowie wertvolle Vitamine und Mineralstoffe.
Färben mit Naturmaterialien ist einfach, preiswert und kreativ.
Ostereier maximal 10 Minuten kochen.
Stopfende Wirkung hart gekochter Eier mit ballaststoffreichen Lebensmitteln ausgleichen.
Ei trifft Seidenstrumpf